Donnerstag, 5. April 2018

Wir kommen alle zur Sonntagsmesse nach Dresden!


Das sind wir so in etwa: reichlich 100 Priester und Ordensleute aus aller Herren Länder, die im südrussischen Bistum Sankt Clemens in Saratow versuchen, mit ihrem Leben auf den Ruf Gottes zu antworten. Weil es jeweils Hunderte Kilometer von einem Seelsorgezentrum zum anderen sind, treffen wir uns einmal im Jahr alle zusammen für knapp eine Woche zu einer sogenannten Pastoralkonferenz. Weiterbildung, Austausch, gemeinsames Gebet und auch ein wenig Erholung gehören traditionell zu der Begegnung, bei der möglichst niemand fehlen sollte, bei der aber auch - die Erfahrung zeigt es - kaum jemand fehlen möchte. Gewöhnlich organisieren wir die Konferenz bei uns im Bistum, ausnahmsweise aber auch an anderen Orten, was dann auch mit Gründen wie Dank und Motivationsschub zu tun hat, denn einfach ist es in der südrussischen Diaspora nicht. 
Kurz bevor sich das Datum meiner Bischofsweihe zum 20. Mal jährt und meine Priesterweihe in der Dresdener Hofkirche 30 Jahre her ist, habe ich wieder zur Pastoralkonferenz eingeladen, diesmal ins Bistum Dresden-Meissen. Das klingt verrückt und für manche sogar unangemessen. Das freudige Echo aus meiner "alten Heimat" hatte mich jedoch ermutigt, den Gedanken nicht mehr fallen zu lassen. Vielen, vielen Dank, besonders nach Dresden! Keine Angst, wir belasten kein Hilfswerk damit! Und ob wir uns nun irgendwo im Bistum treffen, das viermal so groß ist wie Deutschland, oder in Deutschland direkt, das hat gar nicht so viel Einfluß auf die Anreisekosten, wie mancher vermuten würde. Unser Thema in diesem Jahr sind "Pastorale Fragen im Zusammenhang mit heutiger Bioethik". Mitten drin liegt ein Sonntag, der 29. April. Zur Eucharistiefeier um 10.30 Uhr sind wir an diesem Tag nach Dresden in die Kathedrale eingeladen. Wir freuen uns sehr darauf. Wenn alles gut geht, werden auch Bischof Heinrich und Altbischof Joachim dabei sein. Wir hoffen, Vertreter von Partnergemeinden und Freunde zu treffen, Menschen, die sich für "Katholisch in Südrussland" interessieren. Im Anschluss an die Messe dürfen wir bei einem Podiumsgespäch im Haus der Kathedrale ein wenig vom Alltag in der südrussischen Diaspora berichten. Wenn dann noch jemand bereit ist, ein paar von uns in die Gemäldegalerie mitzunehmen oder ... ich weiß nicht, wohin meine Leute am liebsten gehen möchten, wäre es schön. "Richtige Stadtführungen" brauchen wir nicht. Kurz vor 18.00 Uhr müssen alle wieder am richtigen Bahnsteig am Hauptbahnhof sein. Sonst gibt's Probleme. 
Für manche meiner Priester und Ordensleute haben wir "Paten" gefunden, die beim Bestreiten der An- und Abreisekosten (250 - 350 Euro) helfen. Wenn sich da noch jemand anschließen möchte (Pfarreien, Gruppen, ...), könnte(n) er/sie das über den Sankt-Clemens-Verein tun. Als Kennwort würde "PK 2018" genügen. So, zu lang soll es nicht werden. Nachfragen sind über meinen Briefkasten (linke Spalte) möglich. Das wird das erste und sicher auch einzige Mal, dass ich "meinen" Seelsorgern und Ordensleuten zeigen kann, wo und unter welchem Menschenschlag ich aufgewachsen bin.